Lebe deinen Traum....
Ein Sprichwort sagt "Träume nicht dein Leben, lebe deinen Traum".
Was denkt man, wenn man diesen Spruch hört oder liest? Wie wahr? Richtig? Sollte man eigentlich tun Aaaaber.....?
Eigentlich hat mich dieser Spruch nie wirklich angesprochen. Dabei habe ich ihn eigentlich verwirklicht.
Träume in der Art, was ich einmal werden will oder erreichen will hatte ich eigentlich nie über das übliche, kindliche Maas hinaus.
Ich wollte kein Pilot, Präsident oder Superheld sein. Ich wollte nie reich und berühmt sein. Ich wollte nie Rekorde brechen.
Auch wenn ich das meiste davon nicht abgelehnt hätte :-)
Aber ich habe immer ein festes Ziel vor Augen gehabt, was viele immer mehr für ein Hirngespinnst gehalten haben: Ich wollte in Italien leben. Als Italiener. Das klingt vielleicht erstmal doof. Vielleicht für viele, die mich kennen, auch naiv. Denn was mich wieder als nicht-gebürtigen-Italiener sofort kennzeichnet, ist meine Sprache. Mein Akzent. Der deutsche Akzent.
"Den kriegste nie ganz weg" bekomme ich oft zu hören, nicht nur im Bezug auf mich. Tatsächlich habe ich sogar das Gefühl, das dieser von Tag zu Tag sogar noch schlimmer wird. Auch die ständigen kleinen Fehler, die sich immer wieder wiederholen.
Und wer sich einmal selbst etwas selbstkritisch beobachtet im eigenen Umgang mit Menschen, die nicht perfekt die eigene Sprache beherrschen, Ausländer oder Touristen, wie auch immer, der wird feststellen, dass einem unbewusst und vielleicht auch ungewollt Gedanken in den Sinn kommen wie z.b. der oder diejenige sei weniger intelligent. Grundsätzlich aber ist das Problem einfach, das der- oder diejenige einfach nicht dazugehören.
Und wer ehrlich zu sich selbst ist, der muss auch zugeben, so richtig ausgelassen und entspannt fühlt man sich doch nur unter seinesgleichen.
Das heisst ja nicht, dass man etwas gegen andere haben muss. Es hat nichts mit Fremdenhass oder wie auch immer genannten Abwehrreaktionen zu tun.
Es liegt nun leider einmal in der Natur des Menschen, alles was anders und eher unbekannt ist skeptisch zu beurteilen und im Zweifelsfall vielleicht sogar zu unrecht zu verurteilen.
Radikalere Ansichten sagen auch, es liege in der Natur des Menschen, alles andersartige zu bekämpfen.
Wahrscheinlich denken wir oft, der Andere merke dies gar nicht. Meine eigenen Erfahrungen sagen mir aber, das dies nicht der Fall ist.
Schlussendlich bin ich "der Andere". Und nach nun über zwei Jahren hier komme ich über diesen Punkt nur noch sehr schwer hinweg. Auch dadurch, dass ich nun in einem völlig einheimischen Umfeld arbeite. Es sind viele, alltägliche Kleinigkeiten, dies es mir immer wieder bewusst werden lassen.
Ich will von niemandem Mitleid und auch kein Verständnis, weiss ich doch gut genug, dass ich beides selbst nicht hätte. Viel zu gleichgültig und ohne mir über viele Kleinigkeiten bewusst zu werden gehe ich wie wahrscheinlich die meisten Menschen durchs Leben.
Wir wählen unser Schicksal selbst, und ich bin längst noch nicht bereit, aufzugeben. Und ich bin trotz allem immernoch davon überzeugt, dass sich meine Situation bessern wird.
Warum? Weiss ich auch nicht.....