Neues aus Bella Italia
Was gibt es neues aus Bella Italia? Einiges kann man unverholen sagen, aber wenig gutes, wie so oft.
Das zur Zeit alles bestimmende Thema ist das "Si" o "No" von Mirafiori, also die Entscheidung der Arbeiter der FIAT Werkes von Mirafiori/Turin, ob sie dem neuen Vertrag des FIAT Bosses Marchione zustimmen, der zwar weniger Lohn, dafür aber mehr Arbeitszeit verspricht. Kurz und knapp, Marchione hat Italien das Messer auf die Brust gesetzt, entweder der Vertrag wird angenommen oder FIAT wandert ins Ausland ab. Und gestern abend war es dann schliesslich soweit. Mit ca. 54% hat das "SI", also "JA" gewonnen. Und prompt spricht Sergio Marchione von einer "historischen Revolution". Nun, das ist es auch mit Sicherheit, wobei natürlich nicht vergessen darf, das nicht alles historische auch positiv ist. Im Gegenteil. Auch Hitlers Machtergreifung war eine "historische Revolution", das Ergebnis und wie die Dinge sich danach entwickelt haben wissen wir alle.
Übertriebener Vergleich? Mag sein, aber Marchione und somit FIAT haben den Grundstein für den Rückkehr zur Arbeitgeber-Macht mehr als eindrucksvoll demonstriert. Zeiten wie der Anfang der industriellen Revolution, als Menschen Schlange standen vor den neu entstandenen Fabriken und wer Krank war einfach vom nächsten in der Schlange ersetzt wurde, scheinen plötzlich keine undenkbare Situation aus Ur-Opas Tagebuch mehr zu sein.
Natürlich werden alle Firmen nun ähnliche Eingeständnisse ihrer Arbeitnehmer fordern, immerhin ist das berühmte Gesetz von Angebot und Nachfrage auch für den Arbeitsmarkt gültig, und da ist die Nachfrage, vor allem im Gering-Qualifizierten Sektor, natürlich um einiges höher.
Vielleicht aber gibt es doch etwas positives, wenn auch unter vorsichtiger Zurückhaltung ausgesprochen von meiner Seite. Berlusconi wurden vom Gericht vorerst einmal ausgebremst, sein Weg in die selbstgestrickte Freiheit durch Gesetzesänderung (die übrigens nie er, sondern immer jemand anderer seiner Parteifreunde gefordert und durchgeboxt hat) scheint blockiert.
Einer der entscheidenden Richter hat sich wohl kurz einmal umgedreht und den an der Wand jedes italienischen Gerichtes angebrachten Spruch "La legge è uguale per tutti" (Das Gesetz ist für alle gleich) tatsächlich gelesen.
Vor allem die Affäre mit einer 18jährigen Marokkanerin namens Ruby, die ihm bereits die Ehe kostet, ist nun wieder brandheiss auf Seite 1 der zahlreichen Tages- und Wochenzeitungen.
Aber vor allem sind es seine geschäftlichen Affären rund um sein Medienimperium "Mediaset" die ihn vor den Richter zwingen.
Wie lange dies allerdings dauern wird und ob dem Cavaliere am Ende wirklich der Prozess gemacht wird, bleibt allerdings fraglich.
Ich persönlich haben vor einigen Tagen meinen 32. Geburtstag gefeiert, standesgemäß mit einer sehr guten Pizza. Allerdings steht nun natürlich die alljährliche Nach-festliche Diät an.