Die italienische Abgeordnetenkammer - wegen Mißtrauen geschlossen!
Es ist mal wieder Krisenstimmung in der italienischen Politik. Und dabei spielen die Enthüllungen von Wikileaks kaum eine Rolle. Das der italienische Premier Berlusconi gerne die Puppen tanzen lässt haben die Italiener schon vor einigen Wochen erfahren dürfen. Das die dabei befragten Mädchen allerdings bezahlt worden sein sollen, um Lügen über ihn zu verbreiten, dies hat sich der Primo ministro erst einfallen lassen, als wikileaks seine Eskapaden über die italienischen Grenzen hinaus posaunt hat.
Doch die Krise, die den Cavaliere tatsächlich zu Fall bringen könnte, ist doch profonder. Alles begann mit dem Austritt von Gianfranco Fini, Präsident der Abgeordnetenkammer und mitbegründer der Partei "Popolo della Liberta" gemeinsam mit Freund Silvio.
Dieser hat nun seine eigene Partei gegründet, die sog. "FLI", was für "Futuro e Liberta" (Zukunft und Freiheit) steht.
Fini ist allerdings bei weitem kein unbeschriebenes Blatt und schon gar kein "Linker", er kommt aus einer Neofaschistischen Nachkriegsbewegung.
Im Moment könnte er allerding zumindest nützlich sein, Berlusconi endgültig zum Rücktritt zu bewegen. Allerdings steht Silvio wesentlich hartnäckiger auf seinem Podest als man es glauben könnte.
Kurz und knapp: Am 14. Dezember soll die Mißtrauensfrage gestellt werden. Und da ja sowieso die Stimmung nicht passend wäre hat man kurzerhand beschlossen, die Abgeordnetenkammer, welche in Deutschland der Bundestag darstellen würde, zu schliessen.
Probleme scheint es ja keine zu geben, laut Silvio war die Wirtschaftskrise ja bereits überstanden bevor sie richtig los ging und Italien gehört auch nicht zu den unstabilen PIGS (Portugal, Irland, Griechenland und Spanien), da man kurzerhand das zweite I entfernt hat, welches natürlich für Italien stand.