Bewerbungen

Veröffentlicht auf von Caputo

Sich zu bewerben in Italien ist auf den ersten Blick auf jeden Fall einfacher als in Deutschland. Man schickt einfach einen "Curriculum Vitae", umgangssprachlich einfach den Curriculum an die Firma, welche die entsprechende Stelle ausschreibt. Keine aufwendigen Bewerbungsmappen, welche ein Vermögen verschlingen, und auf einem Haufen von Bewerbungsmappen landen, bei welcher eine die andere an Variationsmöglichkeiten zu falten und verzieren übertrifft. Ein irrer Wettstreit, wenn schon der Metzger-Lehrling (pardon, der "Auszubildende zum Fleischerfachgehilfen") eine Bewerbung im Stil eines Top-Managers anfertigen soll.
Doch wohin schickt der Italiener gemeinhin seinen Curriculum?
Ja, leider selten an eine Firma, aus deren Fenster der Zukunftige Angestellte dann schauen soll, sondern meist an eine Zeitarbeitsfirma.
Das Konzept, so wie es zumindest in der zahlreichen Eigenwerbung steht, ist ja sehr interessant. Eine Firma verspricht, dich an die verschiedensten, interessantesten Stellen der Welt, oder zumindest des näheren Umkreises, zu vermitteln. Ohne jegliche Hintergedanken natürlich. Gewinner ist nur der Arbeitnehmer, klar.
In der Realität sind Zeitarbeitsfirmen allerdings nur eine moderne, ausgesourcte Art von Personalbüros, mit welchen sich die Firmen die unliebsame Aufgabe vom Halse schaffen, den Arbeitnehmer (Lohnempfäner, Untergebenen, Sklaven) auch noch als Mensch betrachten zu müssen.
Wer hierzulande, wahrscheinlich mittlerweile auch in Deutschland, eine Internetseite mit Stellenanzeigen öffnet, weiss meist nicht, wo er sich bewirbt.
Aber das eigentliche, italienische Problem ist die Abhängigkeit vom Vitamin "B". Dieses ist hier in der Tat wichtiger als jegliche Qualifikation.
Größtenteils werden wirklich nicht Menschen mit entsprechender Qualifikation, sondern mit entsprechenden Beziehungen eingestellt. Problematisch natürlich auch für die Qulität der Arbeit, die Qualifikation des einzelnen und das gesamte Arbeitsumfeld.
Wenn man also nur einen Curriculum schicken muss, ist das zwar schön, wenn man ihn aber genausogut in den Mülleimer schmeissen könnte, weniger.
Werbung

Veröffentlicht in Ausland

Um über die neuesten Artikel informiert zu werden, abonnieren:
Kommentiere diesen Post