Lampedusa

Veröffentlicht auf von Caputo

Aus diversen Gründen hatte ich am gestrigen Abend das Vergnügen, deutsches Fernsehprogramm sehen zu dürfen.
Mein Beileid. Nicht, dass das italienische besser wäre, aber das deutsche nähert sich.
Am meisten verärgert haben mich dabei die Tagesthemen. Ein wie immer aus dem Ei gepellter Klaus Kleber kam direkt auf das Thema des Auswanderungslagers auf der ital. Insel "Lampedusa" zu sprechen.
Dort existiert ein Auffanglager für all diejenigen, die aus Unwissentheit ihr Leben riskieren um in das "Goldene Europa" zu kommen. Aus geographischen Gründen landen Sie natürlich erstmal in Italien.
Unwissentheit? Ja, denn hier leben die zahlreichen Afrikaner bei weitem nicht so gut, wie sie es sich immer vorstellen. Von wegen, jeder hier hat vier Handys, drei Autos, 2,5 Häuser und ist rundum glücklich. Das sie das denken liegt natürlich mit unter auch daran, dass ihre Verwandten und Bekannten, die den großen Schritt gewagt und überlebt haben, ihnen das erzählen.
Klar, wer erzählt schon gerne, er sei mit einer Nußschale übers Meer gefahren, wäre dabei fast draufgegangen, um nun schliesslich mit ca. 8 Kollegen in einer 1-Zimmerwohnung zu hausen und abends Rosen und blödsinniges Spielzeug zu verkaufen?
Was mir aber sauer aufstoss bei den genannten Tagesthemen war Klebers Art, das Thema zu beschreiben. Das klang ungefähr so wie `dort sind die Ausländer, die aller riskiert haben, aber die Italiener wollen sie nun auf dem Festland nicht haben´!
Möchtest du Sie haben, Klaus Kleber? Hast du noch Platz für ca. 1.000 Neuankömmlinge in deinem Haus, deinem Wohnviertel, deiner Gemeinde, oder wenigstens deiner Stadt?
In Deutschland wird immer viel über einen zu hohen Ausländeranteil gesprochen, erst heute habe ich wieder Sprüche aus den deutschen Medien lesen dürfen wie "Multi-Kulti ist nicht die Lösung" (Schäuble).
Wer aber mal ein paar Tage hier verbringt, kann darüber nur milde lächeln.
Man müsste den Menschen, bewusst schliesse ich natürlich Kriegs-Flüchtlinge aus, erklären, dass es keinen Sinn hat, unter Einsatz des eigenen Lebens nach Europa zu kommen um dort ein Leben zu führen, dass teilweise schon als menschenunwürdig zu bezeichnen ist.
Werbung

Veröffentlicht in Ausland

Um über die neuesten Artikel informiert zu werden, abonnieren:
Kommentiere diesen Post