Friday, 29. april 2011 5 29 /04 /Apr. /2011 13:45

Nun ist es soweit und wir werden uns ein Auto kaufen müssen, hier in Milano. Unseren FIAT Punto, den wir aus Deutschland mitgebracht hatten, haben wir ja nach kurzer Zeit zurückgebracht, da das Großstadtleben uns das Leben ohne Auto sehr einfach gemacht hat und das umschreiben eines Autos von Deutschland nach Italien ca. 1000 € kostet.

 

Mal sehen, was uns bei der Suche morgen so erwartet.

 

Anmerkung der Redaktion (ich): Wahrscheinlich werde ich diesen Blog bald nicht mehr weiter schreiben, da die Amministration hier sehr zu wünschen übrig lässt.

Dieser ursprünglich französische Blog lässt viele wichtige Informationen unübersetzt und es erscheint mir auf Dauer auch nicht mehr interessant.

Ich bin bereits dabei, für einen anderen Blog zu schreiben und werde meine neue Adresse in Kürze bekannt geben.

Im moment schreibe ich noch Dinge über meine Anfänge hier in Milano, die auch hier in ähnlicher Form zu finden sind.

von Caputo - veröffentlicht in: Ausland - Community: Auslandserfahrungen
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Thursday, 7. april 2011 4 07 /04 /Apr. /2011 07:11

Berlusconi stand das Wasser bis zum Hals, also hat er sich beeilt, schnellstmöglich den Stöpsel aus der Wanne zu ziehen. Und natürlich ist es ihm wieder einmal gelungen. Der sogenannte "Processo breve", was soviel heisst wie "kurzer Prozes" oder besser verständlich "beschleunigter Prozess", wurde heute verabschiedet.

Hintergrund ist die Ansicht Berlusconis, dass es in Italien zuviel zu langwierige Prozesse gibt, die die Justiz nur unnötig belasten. Darunter, was der Cavaliere oft verschweigt, natürlich auch ein paar Prozesschen gegen seine Person. Das neue Gesetz des beschleunigten Prozesses sieht also vor, dass Gerichtsverfahren, die nach maximal 2 Jahren zu keiner richterlichen Entscheidung führen, sprich keinem Urteil, für nichtig erklärt werden!

Das Ausmaß dieser Entscheidung ist wohl noch gar nicht abzuschätzen. So werden beispielsweise zahlreiche Anti-Mafia-Prozesse sang und klanglos eingestellt werden müssen, da sich diese Verfahren aufgrund der komplizierten Mafiastruktur und den schwierig zu überzeugenden Zeugen oft lange hinziehen, da man ja auch einen Mafioso nicht wegen 2 Kaugummidiebstählen verurteilen will, sondern alle Beweise zusammen haben will um am Ende ein möglichst hartes und somit auch gerechtes Urteil zu erwirken.

Es bedeuted weiterhin, das die geschädigten nach dem Erdbeeben in Abbruzen vor nunmehr genau 2 Jahren ihre Entschädigungsklagen nicht mehr bekommen werden.

Es bedeuted, dass einer der grössten Skandalfälle im Aktienbereich, der Fall der Firma Parmalat, nicht mehr weiterverhandelt werden kann, und somit zahlreiche Menschen, die ihre Ersparnisse und Rentenvorsorge in Papiere des Unternehmens, welches unter dubiosen Umständen zu Fall kam, ihre Ansprüche nicht mehr geltend machen können.

 

Berlusconi hat somit das Land in richtung wieder ein großes Stück wegen von jeglicher Gerechtigkeit und Justiz gebracht und auch den Weg für eine weitere Politik nach seinem Vorbild für die Zukunft geebnet.

von Caputo - veröffentlicht in: Ausland - Community: Auslandserfahrungen
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Friday, 1. april 2011 5 01 /04 /Apr. /2011 16:16

Diesen Satz hat mit Sicherheit jeder schon einmal gehört. Entweder tatsächlich so oder ähnlich von einem nicht deutsch-muttersprachler pronunziert oder im Spass benutzt um auch einen Deutschen bei einem Sprachstolperer oder Grammatikfehler auf den Arm zu nehmen.

Und tatsächlich steckt ja viel Wahrheit in diesem Ausspruch, der die besondere Schwierigkeit der deutschen Sprache und ihrer Vielzahl an Regeln unterstreichen soll.

Wieviel tatsächlich, das merkt man als Muttersprachler erst mal wieder so richtig nach den Grundschulschwierigkeiten und ein paar vergangenen Jahren, wenn man versucht einem Nicht-Deutsch-Sprachler bestimmte Gegebenheiten zu erklären.

Was ist der Unterschied zwischen scheinen und wirken?

Wann nimmt man den Akkusativ und wann den Genetiv?

 

Für mich persönlich ist das relativ schwierig, denn ich habe zwar ein ziemlich gutes Sprachengefühl und somit auch beim Fremdsprachenlernen wenig Probleme, doch gehe ich nicht wie viele mathematisch an eine Sprache heran, sondern vielmehr gefühlsmäßig.

Trotzdem hat mich das nicht aufgehalten, mich als Deutschlehrer für interessierte italiener in Mailand anzubieten. Vor allem natürlich für Konversations-Kurse, also besser gesagt miteinander sprechen und pingeligst auf Fehler aufmerksam zu machen. Und das macht zwar nicht reich, aber es ist durchaus interessant. Nicht nur wegen der Leute die man kennenlernt, was natürlich kein unwesentlicher Punkt ist. Auch aber wegen dem, was man selbst über die Sprache lernt. Und das vielleicht bevor es wirklich notwendig wird, denn später sollte man ja auch mal den eigenen Kindern erklären können, warum sie dieses oder jenes als Hausaufgaben eben machen müssen. Und falls wir hier in Italien bleiben sollten, was ja eigentlich das Ziel wäre, auch den Kindern ein höheres Niveau an deutsch beizubringen als die Lehrer es in den hiesigen Schulen tun.

Die meisten Schwierigkeiten bei einer Sprache stellen meist die Präpositionen dar. Also für alle nicht gerade in der Materie steckenden, Worte wie "auf", "unter", "am", "bei", etc.

Aber natürlich auch die bestimmten Artikel. Das "die" Blume nicht "der" Blume ist, wie z.b. eben im italienischen ist eine schwere Umstellung nach jahrelanger Gewohnheit. Was aber zum Teufel das neutrum, also "das" darstellen soll, welches im italienischen nicht existiert, da alles entweder weiblich oder männlich ist, ist dann gar noch schwieriger.

Wer z.B. Italiener, die noch relativ gebrochen sprechen, reden hört, wird oft "die Auto", "die Haus" oder "die Stift" hören.

Wenn man aber selbst wie ich ja eine Sprache gleichzeitig lernt, dann kann man sich gut hineinfühlen in die Problematik. Daher sind auch die sog. "Tandem" sehr beliebt, also den Konversationsaustausch zwischen verschieden sprachlichen, die gerne die gegenseitige Sprache lernen möchten.

Da das aber natürlich kein Geld einbringt war mir die andere Lösung lieber...

von Caputo - veröffentlicht in: Ausland - Community: Auslandserfahrungen
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Tuesday, 29. march 2011 2 29 /03 /März /2011 11:18

Vor 24 Stunden war meine Welt noch in Ordnung. Besser, sie war geradezu fantastisch.

Nachdem meine Frau nun nach einem üblen Joberlebnis einen Festvertrag kündigen musste, fast 2 monate lang durch die Mühlen der verschiedenen Bewerbungsverfahren gedreht wurde, hatte sie am vergangenen Dienstag ein Vorstellungsgespräch in der schweizer Grenzregion, nahe Mailand. Noch auf der Rückfahrt bekam sie den Anruf mit der Mitteilung, dass sie die ideale Kandidatin war und genommen wurde. Was für eine Freude!

Sie war überglücklilch, und ich natürlich auch. Am 1. April sollte der 1. Arbeitstag sein.

Doch dann schlug ein Anti-Lohn-Dumping Gesetz, welches die Schweiz vor allem für die Grenzregionen erlassen hatte, mit voller Härte zu. Ihr Lohn sei zu niedrig (obwohl für italienische Verhältnisse sehr gut) und die Schweiz erteile hierfür keine Arbeitserlaubnis.

Leider bekam sie diese Auskunft erst am gestrigen Montag, fast eine Woche also nach dem Vorstellungsgespräch und der guten Nachricht. Nach einem schönen, endlich entspannteren Wochenende, mit Gesprächen über die nahe Zukunft und auch schon ein paar Urlaubsplänen im Kopf.

 

Was für ein Schock das war kann man sich vielleicht als aussenstehender nur schwer vorstellen.

Eine gewisse Leere macht sich breit. Es ist nicht unbedingt Wut, denn es handelt sich ja um ein eigentlich nachvollziehbares Gesetz, und es ist ja auch keine Ablehnung, kein "sich-einfach-nicht-mehr-melden" wie es soviele andere potentielle Arbeitgeber oder Arbeitsagenturen tun.

Eine gewisse Ohnmacht.

von Caputo - veröffentlicht in: Ausland - Community: Auslandserfahrungen
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Thursday, 17. march 2011 4 17 /03 /März /2011 19:16

Heute feiert die italienische Republik ihr 150 jähriges bestehen. Nur 150 Jahre wurde ich in den letzten Tagen oft von Freunden und Verwandten aus Deutschland gefragt? Ja, nur 150. Das ist tatsächlich nicht viel. Über Jahrhunderte war der Stiefel eine in verschiedene Regionen aufgeteiltes, uneiniges Staatsgebiet. Erst im vorletzten Jahrhundert wurde von Garibaldi die Republik vereint.

Natürlich finden aus diesem Anlass in ganz Italien heute Feierlichkeiten statt. Als wir gestern abend am Piazza Duomo vorbeiliefen fanden wir z.B. die Kuppel der Gallerie Vittorio Emanuele II dekoriert mit Lichtern in den italienischen Nationalfarben. Allerortes wehen die rot-weiss-grünen Fahnen. Die erste Hauptstadt Italiens war übrigens nicht Rom, sondern Turin.

Und natürlich ist es kaum möglich ein Fernsehprogramm auszuwählen, bei denen nicht das Thema der "centocinquant´anni"(hundertfünfzig jahre) behandelt wird. Die Hauptfrage bei all den herrschenden Problemen ist immer wieder "Bist du Stolz darauf Italiener zu sein?"

Auch mein Italienbild hat sich natürlich in nun mehr als 2,5 Jahren in denen ich hier lebe verändert. Aber nicht nur zum negativen. Es war ja auch meine Intention ein reales Bild des Landes zu bekommen, desse Ausweiss ich seit meiner Odysee auf dem italienischen Konsulat in Nürnberg (heute in München) in meiner Tasche trage.

Ich bin immernoch stolz darauf Italiener zu sein, und heute nicht nur wenn die italienische Fußballnationalmannschaft spielt. Ich weiss nun besser bescheid um die Probleme, die die Italiener tagtäglich umtreibt, und ich weiss, dass sie von denen der deutschen nicht wenn auch verschieden im Grunde genommen sehr ähnlich sind.

Ich bin auch froh darüber, mich über manche dinge ärgern zu können, da ich sie natürlich erst jetzt wirklich verstehen kann. Dazu gehört natürlich auch die Problematik Berlusconi, über welche ich mich zwar schon in Deutschland geärgert habe, jetzt aber sehe (wenn auch immernoch nicht verstehe) warum die Italiener nicht entschlossener dagegen vorgehen.

 

Unter den vielen Klischees und Vorurteilen die bei den deutschen über die Italiener herschen ist natürlich wie immer ein gutes Stück wahrheit dabei, allerdings ist es natürlich umgekehrt auch nicht anders, die immer "präzisen" und wenig lebhaften deutschen geben den Italienern auch oft einiges zum nachdenken.

 

von Caputo - veröffentlicht in: Ausland - Community: Auslandserfahrungen
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